Nachkommen von Rhein-Rückkehrern

Bereits im Jahr 2025 hat uns das „Wildlachszentrum Rhein-Sieg“ Lachseier zur Verfügung gestellt. Die Fische haben sich problemlos entwickelt und sind aktuell meist smoltifiziert. Im Winter 2025/26 haben wir zwei weitere Chargen Eier erhalten. Diese befinden sich in der Anfütterung. Die Fische sind genetisch sehr wertvoll und stellen einen Grundstock für eine neue Generation „Elternfische“ dar. An dieser Stelle möchten wir dem Team des „Wildlachszentrum Rhein-Sieg“ sowie Leon Rüffert vom LAVE Standort Albaum für die unbürokratische und professionelle Arbeit danken.

Smolt-Besatz Sieg – gemäß Leistungsverzeichnis

Im März wurden 800 kg einjährige Smolts in die Sieg unterhalb der letzten Wehranlage in Buisdorf besetzt. Der Besatz erfolgte im Rahmen des Projekts „Evaluierung des Einsatzes von „SuperSmolt Feed Only-Smolts“ für die Wiederansiedlung des Atlantischen Lachses in Nordrhein-Westfalen. Das Projekt wird zu 70 % vom Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds (EMFAF) und zu 30 % aus Landesmitteln gefördert.

Die Projektleitung hat das LAVE NRW mit dem Zentrum für angewandte Fischerei, Fischökologie und Aquakultur in Albaum (ZAFA). Die weiteren Beteiligten sind das Lachszentrum Hasper Talsperre als Produzent der Lachse sowie das Wanderfischprogramm NRW mit dem Rheinischen Fischereiverband von 1880 e.V. und die Siegfischereigenossenschaft.

Im Rahmen dieses dreijährigen Projektes soll geprüft werden, ob die Besatzstrategie im Wanderfischprogramm Nordrhein-Westfalen durch die spezielle Anfütterung mit dem patentierten Produkt „SuperSmolt Feed Only“ der Firma STIM optimiert werden kann. Mit dem Futter soll, wie in der marinen Aquakultur üblich, bei den Junglachsen eine bessere Stressresistenz sowie ein robusterer, synchronisierter Smoltifizierungsprozess erreicht werden.

In Zukunft sollen die Smolts im sehr zeitigen Frühjahr, möglichst bei Hochwasser, besetzt werden. Ziel ist es, dass sie temperaturunabhängig, zeitnah und zielorientiert abwandern.

Wir erwarten, dass auf diese Weise die Überlebensrate der Smolts während der Süßwasserphase deutlich ansteigt und sich somit auch die Anzahl der Rückkehrer messbar erhöht.

Aus unserer Sicht ist die Genetik der Rückkehrer für die Entwicklung des „Rheinlachses“ elementar wichtig.

Video zum Besatz:
https://www.youtube.com/shorts/4UGygp9MMEs

Video zum Besatz:
https://www.youtube.com/shorts/Lhn5s-QhSBY

Lahn

Im zeitigen Frühjahr haben wir bei starkem Hochwasser in Zusammenarbeit mit der IG Lahn sowie der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in Koblenz 400 kg zweijährige Smolts mit einem Stückgewicht von 200 bis 400 g in die Lahn unterhalb der letzten Wasserkraftanlage besetzt. Auch diese wurden mit „SS FO“ gefüttert. In der Lahn wurden in den letzten Jahren so gut wie keine Rückkehrer mehr nachgewiesen. Rückkehrer in den kommenden Jahren könnten mit großer Wahrscheinlichkeit dieser Besatzmaßnahme zugeordnet werden.

Kontrolle der Wanderaktivitäten durch Transpondertechnologie

Am 7. April 2026 wurden 60 zweijährige Smolts mit einem Stückgewicht von 300 bis 500 g im Lachszentrum Hasper Talsperre e.V. mit akustischen Transpondern versehen.

Im Vorfeld wurden in der unteren Ruhr zwei Empfänger installiert, um die Abwanderung der Smolts in die Nordsee im Rahmen des European Tracking Networks (ETN) zu verfolgen.

Um die notwendigen Operationen durchzuführen, waren Spezialisten unseres Projektpartners „Sportvisunie“, ehemals „Sportfischerei Niederlande“, aus den Niederladen angereist.

Das erfahrene Team arbeitete sehr professionell und nach fünf Stunden standen die Lachse wieder wohlauf in der starken Strömung des Rundbeckens. Bevor sie in die untere Ruhr besetzt werden, erhalten sie weitere zwei Wochen das patentierte „SS FO“ Futter. Wir sind schon heute neugierig, wie die Ergebnisse aussehen werden. Die Genehmigung gilt für mehrere Jahre. Im kommenden Jahr werden wir den Besatz im Februar bei voraussichtlich starkem Hochwasser durchführen.

Remko Verspui von der „Sportvisunie“ hat den Tierversuchsantrag in deutscher Sprache bearbeitet – eine geniale Leistung. Aber ohne die zielorientierte Unterstützung von Karin Camara und John Hellmann vom LAVE, Standort in Albaum, wäre eine termingenaue Genehmigung des erforderlichen Tierversuchsantrags wahrscheinlich unmöglich gewesen.

Wir danken allen beteiligten Personen herzlich.

Gemeinsam machen wir es möglich.