Abstreifen der Lachse wieder sehr erfolgreich

Der Atlantische Lachs e.V.,
29. November 2011,
H. Ackmann, B. Freund
Universität Düsseldorf zu Forschungszwecken an der Hasper Talsperre
Am Samstag, dem 12. November 2011 begann die diesjährige Abstreifsaison im Lachszentrum an der Hasper Talsperre. Betriebsleiter Dietmar Firzlaff war auch dieses Jahr mit der Qualität der Eier, des Spermas und der Befruchtungsrate sehr zufrieden. Es wurde ausschließlich mit Fischen aus der Elterntierhaltung gearbeitet. Noch nicht „reife“ Tiere wurden separiert und werden in den nächsten Wochen abgestreift. Ein besonderer Dank gilt dem eingespielten Team um Frau Müller sowie Frau und Herrn Richter.
Parallel zur Abstreifaktion entnahm ein Team der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf unter Leitung von Prof. Bridges einige Proben von Lachsen aus der Elterntierhaltung. Neben Biopsiematerial der Hoden und des Spermas wurden auch Proben der Leber genommen, die u.a. auf PCBs untersucht werden. Blutproben sollen Aufschluss über den Hormonspiegel der Tiere geben, der durch Medikamentenrückstände im Wasser verändert sein könnte. Zur Erinnerung: Im letzten Jahr war von Herrn Firzlaff bei den männlichen Lachsrückkehrern, die für die Zucht der Wiedereinbürgerungsinitiativen benutzt werden sollten, auffälliges Sperma beobachtet worden. An der Hasper Talsperre wurden diese Tiere nicht für die Vermehrung verwendet. Andere Initiativen wurden unverzüglich informiert – verwendeten teilweise aber dennoch das Sperma der Rückkehrer. Erhebliche Verluste waren als Konsequenz zu verzeichnen. Die Gründe für die mangelnde Qualität des Spermas sollen durch die aktuellen Untersuchungen erforscht werden. Da sich im Einzugsbereich der Talsperre keine Kläranlagen befinden, können diese Tiere aus der Elterntierhaltung als Vergleichsgruppe zu Artgenossen dienen, die bei ihrem Aufenthalt im Süßwasser, auf ihrer Wanderungen oder bei ihrer Hälterung nach dem Fang möglicherweise belastetem Wasser ausgesetzt sind.
 

Da es auch in diesem Jahr einige Anzeichen von Auffälligkeiten beim Sperma der Rückkehrer gibt, wird uns das Thema wohl noch länger beschäftigen. Die seit einigen Jahren bewährte Kooperation zwischen der Universität Düsseldorf und dem Lachszentrum an der Hasper Talsperre soll fortgeführt werden. Weitere, praxisorientierte Themen können von den Studenten bearbeitet werden – eine Zusammenarbeit, von der alle profitieren.
Erläuterungen:
PCBs sind polychlorierte Biphenyle, giftige, bestimmte Krebsarten auslösende Chlor-verbindungen, die bis in 1980er Jahre in Transformatoren, Hydraulikflüssigkeiten, Weich- machern, Isoliermitteln, Kunststoffen usw. verwendet wurden. Seit 2001 sind sie durch die Stockholmer Konvention verboten. Inzwischen sind sie ubiquitär verbreitet und werden ebenfalls als sogenannte „endokrine Disruptoren“ oder Xenohormone angesehen, die den Hormonhaushalt durcheinander bringen und zu Krebsformen, an denen endokrine Drüsen beteiligt sind, führen können. In der Leber wird bei Fischen auch durch körpereigenes Östradiol das Vitellogenin gebildet.